Die ländlichen Regionen sind Heimat für mehr als die Hälfte der Menschen in unserem Land. Wir wollen, dass sie auch künftig attraktiv und lebenswert bleiben mit einer guten Infrastruktur, einer guten Versorgung und wirtschaftlichen Chancen. Eine nachhaltige Landwirtschaft ist dafür ebenso wichtig wie lebendiges Handwerk und gesunder Mittelstand. Eden steht für die zukunftsfähige Entwicklung unserer Landwirtschaft. Unser Leitbild ist die bäuerliche Landwirtschaft, die hochwertige Lebensmittel erzeugt, umweltfreundlich wirtschaftet und gut mit den Tieren umgeht.

Eden kämpft für gutes und gesundes Essen ohne Gift, Gentechnik und Tierquälerei. Wir wollen eine grüne Landwirtschaft, die sich an der Gesundheit der Menschen und dem Schutz unserer Umwelt ausrichtet. Sie muss Milliarden Menschen ernähren und die Lebensgrundlagen von morgen erhalten. Darum wollen wir aus der industriellen Massentierhaltung aussteigen und die industrielle Landwirtschaft umbauen. Tierleid, Güllefluten, verschmutztes Wasser, zunehmend unfruchtbare Böden, Artensterben, Gift auf dem Acker und im Essen sind ihre Folgen. Deshalb kämpfen wir für eine grüne Agrarwende.

Es ist eine der zentralen ökologischen Fragen unserer Zeit: Wie stellen wir unsere Lebensmittel her und wie verbrauchen wir sie? Die heute vorherrschende industrielle Landwirtschaft zerstört auf lange Sicht unsere Böden, verschmutzt unser Wasser und bedroht unsere Artenvielfalt. Sie gefährdet damit die nachhaltige Versorgung der Menschheit mit Lebensmitteln. Quälerische Massentierhaltung, Monokulturen, Güllefluten und massenweise chemisch-synthetischer Dünger, Insekten- und Ackergifte: All das ist auf lange Sicht extrem schädlich für unsere Lebensgrundlagen. Deshalb wollen will Eden eine Agrarwende.
Wir wollen eine Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie, die Tiere würdig behandelt, das Klima schützt und die Artenvielfalt bewahrt. Eine Landwirtschaft, in der Bäuerinnen und Bauern ein gutes Auskommen haben und faire Preise erhalten, in der Bauernhöfe nicht zu riesigen Agrarfabriken wachsen müssen, um zu überleben. Umwelt- und Tierschutz dürfen kein Wettbewerbsnachteil sein, den erhöhten Aufwand wollen wir daher ausgleichen und belohnen. Neben einer grundsätzlichen Umverteilung der Agrarfördermittel ist die transparente Kennzeichnung der Lebensmittel zentral. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen Tierschutz und regionale Lebensmittel. Wir wollen, dass sie beim Einkauf schnell sehen können, wo und unter welchen Bedingungen Lebensmittel erzeugt wurden. Wir fördern eine Landwirtschaft ohne Gentechnik, Antibiotikamissbrauch und Unmengen an Pestiziden. Unser Leitbild bleibt der ökologische Landbau. Aber auch die konventionelle Landwirtschaft muss auf der gesamten Fläche umweltverträglicher werden.

Wie kaum ein anderer Bereich ist die Landwirtschaft beeinflusst durch  die politischen Rahmenbedingungen der europäischen Agrarpolitik. Gleichzeitig wird die landwirtschaftliche Erzeugung  immer stärker liberalisiert und unter dem Mantra der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit globalen Agrarmärkten ausgeliefert. Industrielle Formen der Agrarerzeugung nehmen zu und erzeugen einen enormen Druck auf die herkömmlichen Strukturen der Landwirtschaft. Der so genannte Strukturwandel vermindert die Zahl der Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen. Höfe werden aufgegeben und ihre Flächen von anderen Betrieben und immer öfter direkt oder indirekt von nicht-landwirtschaftlichen Akteuren übernommen. Verloren gehen insbesondere der Erhalt der biologischen Vielfalt, eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Beitrag der Landwirtschaft zum Erhalt der Lebensfähigkeit ländlich geprägter Regionen.
Die Agrarpolitik der Bundesregierung steht unter dem Primat der Orientierung auf die internationale „Wettbewerbsfähigkeit“ der deutschen und europäischen Landwirtschaft. Damit treibt sie selber die Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft voran. Die Exportorientierung  und die Intensivierung der Landwirtschaft führen weltweit zu einer Vielzahl ökologischer und sozialer Probleme in den ländlichen Räumen. Für die Agrarbetriebe hier führt sie zu oft nicht mehr  kostendeckenden Erzeugerpreisen.
Unsere Vorschläge:
Eden hat im PP_EDEN_LW_PLANB ihre Vision für die Zukunft der Landwirtschaft im Jahr 2050 beschrieben: Weg vom Weltmarkt und hin zum Wochenmarkt

Regionale Erzeugung
Die agrarpolitische Strategie der Weltmarktorientierung muss zu Gunsten einer regional orientierten Politik geändert werden. Regionale Erzeugung und Vermarktung schafft regionale Wertschöpfung und sichert damit Arbeit und Einkommen.
Kostendeckende Erzeugerpreise
Kostendeckende Erzeugerpreise für die Agrarbetriebe müssen möglich sein. Die Gründung von Erzeugerorganisationen muss die Marktposition der Bäuerinnen und Bauern stärken. Mit einem gesetzlichen Mindestlohn und der Erhöhung der Hartz IV-Regelsätze muss die Grundlage dafür geschaffen werden, dass Verbraucherinnen und Verbraucher kostendeckende Preise für Lebensmittel bezahlen können.
Ökologisierung der Landwirtschaft
„Moderne“ Agrarproduktion ist oftmals mit einer Intensivierung der Produktionsverfahren verbunden, die eine ganze Reihe ökologischer Folgeprobleme nach sich ziehen. Gewässer -Eutrophierung, Artenschwund und die Freisetzung von Treibhausgasen sind einige der ungünstigen Auswirkungen, die auch unter Einhalten der gesetzlichen Vorschriften eintreten. Eden fordert daher den Ausbau des Ökolandbaus und die Orientierung der konventionellen Landwirtschaft an umweltfreundlicheren Produktionsformen.
Politik für die ländlichen Räume
Die Agrarwirtschaft ist in vielen ländlichen Regionen (noch) eine tragende Säule des wirtschaftlichen und sozialen Lebens. In der Förderung muss künftig stärker die Multifunktionalität der Landwirtschaft in ländlichen Räumen berücksichtigt werden. Insbesondere soziale Leistungen – wie Arbeitsplätze, Ausbildung, Fortbildung – müssen honoriert werden.
Landwirtschaft: Mehr Wettbewerb. Weniger Subventionen
Eden tritt dafür ein, dass landwirtschaftliche Flächen der Nahrungsmittelproduktion dienen und nicht zunehmend für andere Zwecke herangezogen werden. So lehnen wir jegliche Form der Bodenspekulation durch international tätige Konzerne und den vermehrten Anbau von Biomasse zur Energiegewinnung ab. Eden ist davon überzeugt, dass moderne bäuerliche Betriebe mit Verwurzelung in den Regionen am besten geeignet sind, umwelt- und marktgerecht zu produzieren. Anzustreben ist eine nachhaltige Erzeugung von gesunden, hochwertigen und rückstandsfreien Nahrungsmitteln sowie marktgerechte Preise von landwirtschaftlichen Produkten. Auch hier fordern wir eine detaillierte Lebensmittelinformation und Herkunftskennzeichnung. Die per EU-Richtlinien eingeschränkte Informationspflicht der Hersteller führt zu einer Irreführung der Verbraucher.
Dies kann mit unterschiedlichen landwirtschaftlichen Betriebsformen erreicht werden. Eden wird die Rahmenbedingungen für eine umweltgerecht produzierende mittelständische Landwirtschaft verbessern. Die EU-Subventionen nach dem Gießkannenprinzip sowie bürokratische Überreglementierungen sind Schritt für Schritt zurückzufahren. Die Landwirte brauchen wieder mehr Entscheidungsfreiheit. Der Beruf des Landwirts muss wieder attraktiver werden.
Fischerei, Forst und Jagd: Im Einklang mit der Natur
Fischerei ist Kulturgut. Unsere Fischer sind beim Beseitigen von Wettbewerbsnachteilen zu unterstützen und an der Fangmengenfestlegung zu beteiligen. Die Bindung der Fangquote an den Kutter verhindert einen Generationswechsel in der Fischerei und macht Nachwuchsarbeit unmöglich. Daher ist diese Regelung abzuschaffen. Heimische Fischereiprodukte müssen auch überregional unterstützt werden. Wir lehnen es ab, die Stellnetzfischerei in Ostseeschutzgebieten zu verbieten und die Naturschutz-Kernzonen auszuweiten.
Eden setzt sich für eine naturgemäße Waldwirtschaft ein, die eine ganzheitliche Betrachtung des Waldes in seiner ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktion zum Ziel hat. Eden bekennt sich zu den bewährten Grundsätzen der waidgerechten Hege und Jagd. Wir sehen Jäger als Naturschützer, deren Fachkenntnisse wieder stärker berücksichtigt werden müssen.
Flächenkonkurrenz:
Nicht zu Lasten der Land- und Forstwirtschaft
Bauvorhaben und der Ausbau der Infrastruktur gehen oft zu Lasten landwirtschaftlich produktiver Flächen. Äcker, Wiesen und Wälder erachten wir für besonders wertvoll. Naturschutzfachliche Ausgleichsmaßnahmen sind zu reduzieren und in aller Regel so zu gestalten, dass sie nicht zu Lasten land- und forstwirtschaftlicher Flächen gehen.

Soße>CDU_Linke_Grüne_AFD

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PP_EDEN_GP_AGRARPOLITIK/LANDWIRTSCHAFT

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